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Costa Rica – Infrastruktur

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Heute werde ich einmal über die Infrastruktur in Costa Rica schreiben, da dort doch einige Sachen anders sind, als wir es hier gewohnt sind, ist dieser Bereich auf jeden Fall einen eigenen Post wert! Im Großen und Ganzen gibt es alles – mehr oder weniger – was es in Deutschland auch gibt, nur eben doch etwas anders:

Die Straßen sind teilweise schon in krassem Zustand. Rund um San José gibt es zwar sogar einige Autobahnen, aber sobald man in abgelegenere Gegenden kommt, z.B. Puerto Viejo an der Karibik, oder Uvita am Pazifik, kann man beobachten, wie sich der Straßenzustand schrittweise von Autobahn, über Landstraße, über Landstraße mit einigen Schlaglöchern, über Landstraße mit vielen Schlaglöchern, bis hin zum Schotterweg verändert.

Auch ist das Straßennetz – zum Glück – nicht so flächendeckend wie hier (es wäre viel zu schade, da das Landesinnere viele Regenwälder bietet, die zum Bau neuer Straßen dann teilweise abgeholzt werden müssten). Um also beispielsweise von Puerto Viejo (siehe Links zu Google Maps oben), welches im Südosten des Landes an der Karibik liegt, nach Uvita zu kommen, welches im Südwesten des Landes am Pazifik liegt, kann man nicht einfach quer durchfahren, sondern muss erst wieder nach Norden, durch die Hauptstadt San José und dann an der Westküste wieder nach Süden fahren. Ein teilweise recht beschwerlicher Weg, der aber mit tollen Landschaften und generell freundlichen und hilfsbereiten Mitreisenden recht angenehm gestaltet ist.

Busfahren ist generell der einfachste Weg, um in Costa Rica von A nach B zu kommen. Über 60% der Ticos benutzen den ÖPV als Hauptverkehrsmittel. Intercity-Busse fahren in der Regel stündlich von morgens früh bis spät abends und kosten sehr wenig. Es gibt zwar auch Bushaltestellen, generell kann man aber jederzeit ein- und aussteigen, wie man eben will. So gut wie jeder Busfahrer hält, wenn jemand am Straßenrand steht und winkt, was darin resultiert, dass die Busse teils über eine Stunde Verspätung haben, wenn der Busfahrer eben besonders viele Leute außerplanmäßig ein- und aussteigen lassen muss, oder nicht weiterkommt, weil ein paar Schlaumeier im Halteverbot parken und der Bus nicht um die Kurve kommt, was auch öfters mal passieren kann. Generell ist das aber kein Problem, man gewöhnt sich ganz schön schnell daran, zu warten und dort regt sich auch niemand auf, wenn der Bus zu spät kommt, jeder wartet geduldig und ruhig.

Fließendes Wasser und Strom (Nordamerikanische Steckdosen, 110V) gibt es mittlerweile überall in Costa Rica, in ländlicheren Gegenden sollte man das Leitungswasser nicht unbedingt trinken, normalerweise ist das aber kein Problem. Der Strom fällt zwar öfters mal aus, meistens nur für eine Sekunde, ab und an auch mal für eine Viertelstunde, da gewöhnt man sich aber auch dran und irgendwie hat es auch was, wenn man in einem Restaurant sitzt und für eine Viertelstunde alles dunkel und ruhig wird und die Mitarbeiter Kerzen anmachen müssen, um für ein wenig Beleuchtung zu sorgen. Auch ins Internet kommt man überall. In so gut wie allen Orten gibt es Internetcafés (1 Stunde ~ 1 Euro) und in vielen Hotels sogar WLAN. Selbst in Orten wie Uvita, in dem es erst seit 1995 überhaupt Strom gibt (!), gibt es ein Hotel mit Internetanschlüssen, zwei große Banken, einen großen Supermarkt, etc.. Es scheint also in den letzten 10-20 Jahren eine rasante Entwicklung in Sachen Infrastruktur vorangegangen zu sein, jedenfalls braucht sich der verwöhnte europäische Urlauber dort definitiv nicht einzuschränken, was Kommunikation betrifft.

Die GSM Netzabdeckung ist in Costa Rica bereits weit verbreitet, man kann also auch ohne Quad-Band Handy in vielen Orten telefonieren/SMS schreiben. Da die Tarife für Auslandsgespräche in den letzten Jahren stets gesunken sind, muss man auch keine Angst haben, sich versehentlich in den Ruin zu stürzen. Ich habe beispielsweise 7-8 Minuten nach Deutschland telefoniert, einige SMS (~20 Stück) geschrieben (blöd, wenn man über Silvester nach Amerika fliegt und sein Handy mitnimmt :) ) und hatte im Dezember Mehrkosten von knapp 10 Euro und im Januar knapp 4 Euro, zusammen also unter 15 Euro. Mehr ging dann leider auch nicht, weil mein Handy wegen der hohen Luftfeuchtigkeit irgendwann den Geist aufgegeben hat (es hat allerdings schon vorher regelmäßig bei Camping Urlauben Zicken gemacht, wenn es viel geregnet hat).

Woran es in Costa Rica definitiv mangelt, ist am Angebot fremdsprachiger Zeitungen. Generell scheinen die Ticos keine großen Zeitungsleser zu sein. Hier und da findet man ab und an ein kleines Angebot spanischer Zeitungen, englische Zeitungen gibt es in manchen größeren Städten, wo man allerdings auch erstmal auf die Suche gehen muss und Deutschsprachiges haben wir dort nicht gefunden. Ist aber auch nicht weiter schlimm, da man ja problemlos über das Internet auf dem neuesten Stand der Dinge bleiben kann und es andererseits ja auch im Urlaub darum geht, etwas Entspannung und Abwechslung vom Alltag zu erleben ;).

Zu guter Letzt der Hinweis, dass es auf Costa Rica keine Kanalisation gibt, wenn man ein großes Geschäft erledigt, darf man das Klopapier also nicht ins Klo werfen, es steht normalerweise neben jeder Kloschüssel ein Mülleimer bereit. Viele werden jetzt denken, dass es dort dreckig ist und überall stinkt, dem ist aber nicht so. Das Nicht-Vorhandensein einer Kanalisation bekommt man tatsächlich nur dahingehend mit, dass man das Klopapier eben in en Mülleimer schmeißen muss.

Quellen: Reise Know-How Costa Rica und mein Gehirn.

So long,

Moe

Autor: Moe

Baujahr 1986; Gastblogger bei meinem Kumpel Sam. Fotografiere, filme und mache gerne Musik.

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