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Kindesmissbrauch und Kinderpornografie – 2 verschiedene Welten?

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Momentan kämpft ja wieder die westliche Achse des Bösen darum, wer zur Zeit der Superböse ist. Amerika ist wie immer ganz vorne mit dabei, mit dem jüngst bei Wikileaks aufgetauchten Video, auf dem zu sehen ist, wie Soldaten aus einem Helikopter Fotografen erschießen, weil sie dachten, es seien Aufständische (inklusive Kommentaren wie “hahaha i got em”). Meiner Meinung nach spielt allerdings auch die katholische Kirche ganz weit oben mit.

Es ist einfach nur ekelhaft, wie alle sich rechtfertigen, sich gegenseitig verteidigen und hier und da der ein oder andere eine lasche Entschuldigung bringt. Dass nun ein paar bekannte Atheisten den Papst verknacken wollen, mag vielleicht populistisch sein und wird sicher von vielen belächelt werden, zeigt allerdings deutlich, wie sowohl in der Gesellschaft, als auch in der Politik, die Kirche immernoch akzeptiert, ihr vertraut wird, während das Internet sofort böse ist.
Wie komme ich jetzt auf den Vergleich Kirche/Internet? Ganz einfach. Beide tragen bzw trugen – jeweils auf ganz unterschiedliche Weise – dazu bei, dass Kinder ausgebeutet, misshandelt und vergewaltigt werden/wurden. Während die Kirche, bzw kirchliche Einrichtungen einen Ort darstellten (aktuelle Fälle sind mir gerade nicht bekannt), an dem Missbräuche stattfanden, stellt das Internet einen Ort dar, an dem Aufzeichnungen von Missbräuchen verbreitet wurden und werden. Das muss natürlich nicht heißen (und dabei ist mir auch kein Fall bekannt), dass im Internet besonders die Kinderpornografie verbreitet wurde, die in Kirchen oder kirchlichen Einrichtungen gefilmt oder fotografiert wurde, im wesentlichen möchte ich festhalten:

Kirche – dort wurden Misshandlungen begangen (und es ist zumindest nicht auszuschließen, dass dort möglicherweise irgendwo auf der Welt auch aktuell Kinder missbraucht werden)
Internet – dort wurden und werden dokumentierte Misshandlungen verbreitet

Der große Unterschied ist: In den Kirchen werden fast keine Konsequenzen gezogen, schlimmstenfalls wird mal einer versetzt, der Papst redet alles schön, die Politik scheint sich fein rauszuhalten (ein krasser Skandal im eigenen Land, sowas will man ja nicht!).
Im Internet gehts allerdings rund. Die bösen Kinderporno Server stehen natürlich alle im Ausland, also erstmal Vorratsdatenspeicherung, Internetzensur, das volle Programm. Außerdem sollen noch härtere Gesetze ran, das Streamen soll bereits verboten werden, bereits die Suche nach Kinderpornografie unter Strafe gestellt werden. Gegen Scheinkinderpornografie (Pornografie, in denen volljährige Personen geschminkt und angezogen werden, dass sie jünger wirken) soll ebenfalls vorgegangen werden. Das ein oder andere Gesetz (oder dessen Entwurf) mag sicher in die richtige Richtung gehen, jedoch zeichnen die meisten eher Übereifer und überstürztes Handeln, gepaart mit einer großen Dosis Populismus aus.

Da fragt sich unsereins aber: Wieso wird mit allen Mitteln dafür gekämpft, dass bereits “lediglich” die Verbreitung von Kinderpornografie quasi am liebsten mit dem Tod bestraft werden soll, aber die eigentlichen Herde des Kindesmissbrauchs werden nicht angetastet. Beispiel: Wenn keine Drogen mehr hergestellt werden, kann auch kein Drogenhandel stattfinden, beim Kindesmissbrauch machts der Staat aber umgekehrt. Würde man den Drogenhandel so hart kontrollieren und bestrafen und die Drogenanbauer links liegen lassen, dann würden die im Zweifelsfall eben ihr Zeug selbst konsumieren. So ists beim Kindesmissbrauch: Wenn man nur den Handel mit dem Produkt verbietet und bekämpft, heißt es nicht, dass das Produkt zum “Eigenbedarf” nicht dennoch “erstellt” wird. Und wenn man bereits die Suche im Internet nach Kinderpornografie bestrafen will, könnte man genauso ein Kloster bestrafen, das mit einem Plakat jugendlichen Nachwuchs für seinen Chor sucht.

Über eine angeregte Diskussion zu meinen Gedanken würde ich mich sehr freuen!

Cheers, Moe

Autor: Moe

Baujahr 1986; Gastblogger bei meinem Kumpel Sam. Fotografiere, filme und mache gerne Musik.

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